Neunter Todesfall in Hildesheimer Altenheim nicht Folge von Erkrankungswelle
Der inzwischen neunte Todesfall innerhalb von nicht einmal drei Wochen in einem Altenheim in der Stadt Hillesheim in Niedersachsen steht offenbar nicht im Zusammenhang mit der rätselhaften Erkrankungswelle in dem Altersheim.
Die 82 Jahre alte Frau sei an einer sogenannten Lungenembolie verstorben, teilte die zuständige Staatsanwaltschaft Trier am heutigen Dienstag mit. Bei der entsprechenden Obduktion seien zwar Reste einer entzündlichen Veränderung der Lunge entdeckt worden, doch diese Veränderungen seien laut dem aktuellen Gutachten der zuständigen Rechtsmediziner nicht für den Tod der Frau verantwortlich gewesen.
Die 82 Jahre alte Frau war Ende März diesen Jahres mit den auch in den anderen Fällen aufgetretenen Symptomen in ein umliegendes Krankenhaus eingeliefert worden. In der letzte Woche war die 82 jährige wieder in die Obhut des zuständigen Altenheims entlassen worden. Die Rentnerin war zu dem Zeitpunkt nicht bettlägerig, hatte sich also auch selbstständig versorgt und am vergangenen Montag noch gut gefrühstückt. Erst kurz vor ihrem Tod soll die 82 jährige über starke Schmerzen in der Brust geklagt haben.
Vor ungefähr drei Wochen waren in einer Abteilung der Pflegeeinrichtung in Hildesheim 12 der 36 Bewohner plötzlich erkrankt. Die Bewohner litten in erster Linie unter Übelkeit, Erbrechen, Atemnot und starkem Auswurf. Seit diesem Zeitpunkt sind insgesamt neun der 12 Erkrankten Bewohner verstorben. Bei vier von den Verstorbenen geht die federführende Staatsanwaltschaft in der Zwischenzeit von natürlichen Todesursachen aus, die offensichtlich nichts mit der rätselhaften Erkrankungswelle in dem Heim zu tun haben. Bei fünf der obduzierten Leichen fanden die zuständigen Rechtsmediziner dagegen unerklärliche entzündliche Veränderungen der menschlichen Lungen und der entsprechenden Atemwege.
Das Institut für Rechtsmedizin der Universität der Stadt Mainz führt in diesen aktuellen Fällen feingewebliche Untersuchungen der Lungen und der Atemwege der Verstorbenen durch. Dadurch soll nun endgültig geklärt werden, ob ein entsprechender Infekt oder eine Fremdsubstanz in den Atemwegen nachweisbar ist. Der Hildesheimer Wohnkomplex der Erkrankten wurde am vergangenen Freitag zudem durch ein spezielles Labor überprüft. Dabei ging es um eventuelle Ausdünstungen von Möbeln, Wand- und Bodenbelägen. Ergebnisse lagen bis zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht vor.
Im Zusammenhang mit den rätzelhaften Todesfällen haben in der Zwischenzeit Angehörige von zwei Verstorbenen bei der zuständigen Staatsanwaltschaft Anzeige gegen Unbekannt gestellt.