Arbeitslose in der Pflege: Wie lang sollte die Ausbildung von Pflege-Assistenten sein?
Unterhalten, Spazierengehen, Spielen, Basteln, Vorlesen… alles Tätigkeiten für die eine Ausbildung doch nicht notwendig ist. Diese Meinung wird vielen in den Sinn kommen wenn über die neuen Pläne berichtet wird, dass Langzeitarbeitslose in der Pflege für Demenzkranke unterstützen sollen.
Was ist aber mit der psychischen Belastung? Wenn eine persönliche Bindung zwischen den Pfleger und dem Betreuten aufgebaut wird und dieser dann stirbt? Oder schlimmer: Wenn es persönliche Vorwürfe gibt, dass z.B. Sachen verschwunden sind und der Pflege-Assistent Diebstahl vorgeworfen wird. Wer betreut dann die Betreuer? Es ist auf jeden Fall falsch zu denken, dass die Aufgabe eines Pflege-Assistenten ein leichter Job ist.
160 Stunden sind geplant. Das ist auf jeden Fall schonmal nicht schlecht. Eine gute Basis für die Aufgabe und oftmals mehr als freiwillige Betreuer, also ehrenamtliche Mitarbeiter an Ausbildung genossen haben. Aber auch hier ist wieder die Frage wie es mit den Pflege-Assistenten weitergehen soll. Eine langfristige Beschäftigung ist nicht möglich. Dann müssten die Pflegeeinrichtungen ja zusätzliche Arbeitsplätze schaffen – dafür ist kein Geld vorhanden. Oder es werden die “normalen” Pflegestellen ersetzt – das ist nicht Ziel des Konzeptes.
Um die Pflegeassistenten langfristig in den Beruf einzubinden ist auf jeden Fall eine richtige Ausbildung notwendig. Hier reichen 160 Stunden nicht aus. Ob nach einer solchen Ausbildung dann für so viel Pflegepersonal noch Arbeitsplätze da sind ist ebenfalls fragwürdig.
Als Fazit erkennen wir, dass die Idee nicht schlecht ist aber viele Risiken für die gesamte Pflegebranche in sich birgt.